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GABRIELA CARBOGNANI HESS

"Lux-Umbra"

30.09. - 27.10.2007

Vernissage 30. September ab 11 Uhr
Katalog zur Ausstellung mit CD

Einführung von Dr.phil.Michele Amadò

In den Arbeiten von Gabriela Carbognani Hess können die künstlerischen Werte der traditionellen Kalligrafie wiederentdeckt werden in Anlehnung an die Kunst der altorientalischen Schriftgelehrten, wo zwischen Schrift und Bild nicht unterschieden und der Schriftenmaler als Künstler hochgeschätzt wurde. Die Künstlerin geht vom kalligrafischen Zeichen aus, um es sodann aus dem Wort-Kontext zu lösen und in Bewegung, Verdichtung, Bild zu überführen. Und es bleibt nicht beim Zeichen allein, das sich ins Bild transformiert, sondern durch seinen Träger - Papier, Plexiglas - erhält das Werk eine Dreidimensionalität, welche es sowohl zum Bild als auch zur Skulptur macht.

Interessant ist das Aufeinandertreffen von künstlerischem Zeichen und Schiefergestein: Erinnerungen an vorgeschichtliche Versuche des Menschen, sich auszudrücken und zu komunizieren, werden wach. Das Spezielle dieses jahrtausendealten Malgrundes ist seine natürliche Form aus unzähligen Schichten, welche die Künstlerin wie die Seiten eines Buches auseinander blättert und bearbeitet. Die Auseinandersetzung mit Licht und Schatten in den gezeigten Arbeiten führt uns zum Höhlenthema "Innen/Aussen" Platons: Tiefe Finsternis und die Entdeckung des Lichts, Imagination und Wirklichkeit, Ignoranz und Wissen. Zeichen aus Tusche auf weissem, jungfräulichem Papier einerseits, anderseits helle, lebendige Zeichen auf einen Stein appliziert, der sich zum allerersten Mal dem Licht öffnet.

Die gegenseitige Durchdringung dieser Arbeiten mit der zu diesem Anlass komponierten Musik des Cellisten, Komponisten,und Dirigenten Christian Benda geschieht im Wissen um die Freiheit der Form, welche die verbale Bedeutung hinter sich gelassen hat, um schweben zu können. Das Zeichen hat seinen Kreis gezogen durch Linguistik, Musik und Vorstellung, es hat aufgehört Deutendes und Bedeutetes zu sein, um ganz Musik zu werden.

Der Besucher der Ausstellung wird an dieser interessanten Begegnung zwischen Malerei, Skulptur und Musik interaktiv teilnehmen können, und zwar mittels eines Objektes, das zu unserem Alltag gehört: dem Handy. Diese Invasion via privater Komunikationsmittel überrascht nicht zuletzt wegen ihrer Verspieltheit und wegen der futuristischen Vison der beiden Künstler.

La compenetrazione dei lavori di Gabriela Carbognani Hess con le musiche di Christian Benda, violoncellista, direttore d'orchestra e compositore, nasce dal sapore aleatorio delle forme libere e fugaci che hanno lasciato a terra il peso del significato della parola e prendono il volo insieme alla musica. Il segno compie un orbita circolare attraverso linguistica, musica e immagine: cessa di essere significante e significato letterario e diviene musicale, costituendo il partito stesso della musica.

Interessante il tentativo di rendere partecipe lo spettatore all'associazione tra determinate sculture e musiche attraverso un inaspettato oggetto facente parte del nostro quotidiano: il telefono cellulare. L'invasione attraverso un mezzo di comunicazione privato dello spettatore sorprende per la sua ventata di freschezza e per la visione futuristica degli artisti.
Nicole Maffeis, critico d'arte


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